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Verarbeitung von Kontaktklebstoffen

Kontaktklebstoffe lassen sich im zweiseitigen Kontaktklebeverfahren verarbeiten. Sie sind üblicherweise lösungsmittelhaltig. Als Bindemittel für Kontaktklebstoffe werden Polymere verwendet, die nach dem Verdunsten des Lösemittels vom amorphen in den kristallinen Zustand übergehen. Vor allem sind dies Polychloropren und Polyurethane.

Klebstoffauftrag
Kontaktklebstoffe werden auf beide Fügeteile aufgetragen, indem die zu verklebenden Teile dünn und gleichmäßig mit Klebstoff bestrichen werden. Während der Ablüftzeit, die je nach Lösungsmittel unterschiedlich lang sein kann, werden die Teile zunächst offen liegen gelassen, bis sich die Klebstoffoberflächen „berührtrocken“ anfühlen. Sie dürfen keine Fäden mehr ziehen und nur noch eine geringe Soforthaftung aufweisen. Erst dann werden die Fügeteile sanft aufeinander gelegt und kurz mit hohem Anpressdruck zusammengefügt, ein Korrigieren nach dem ersten Kontakt ist nicht mehr möglich. Dadurch fließen die beiden noch nicht kristallisierten Klebstoffschichten ineinander, um sich anschließend zu verfestigen. Dabei ist die Stärke des Druckes und nicht dessen Dauer wichtig. Die Fügeteile haften sofort, und das Werkstück kann schnell belastet werden. Ist die Kontaktverklebung richtig ausgeführt, lassen sich die Teile nicht mehr korrigieren. Die Endfestigkeit wird erst dann erreicht, wenn die Restlösemittel aus der Klebefuge entwichen sind, üblicherweise nach einigen Tagen.

Eignung
Kontaktkleber bleiben auch nach der Trocknung elastisch und eignen sich besonders für Materialien, die an der Klebestelle flexibel bleiben sollen, z.B. Schuhsohlen oder Ledergürtel.Sie eignen sich auch zum Verkleben von dichten Materialien, die lösungsmittelundurchlässig sind. Kontaktkleber finden in der Großflächenverarbeitung ein weites Anwendungsgebiet, z.B. bei Beschichten von Tischen mit Schichtstoff (HPL). Sie lassen sich ebenso für alle Holzverklebungen, für Verbindungen mit Stein, Beton, Hart-PVC und für Arbeiten mit flexiblen Materialien verwenden.